Calypso Erdmannhausen
Sie befinden sich hier: Jugendhaus / Mitteilungen

Mitteilungen

 
Calypso - 02.11.2020

Viele Bereiche des öffentlichen Lebens sind seit 02.11.20 geschlossen - Die Jugendhäuser bleiben geöffnet und das aus gutem Grund

Als Sprachrohr für junge Menschen ist es uns als Jugendhaus wichtig, folgenden Aufruf zu unterstützen, den die Verbände der Offenen Kinder- und Jugendarbeit in Baden-Württemberg formuliert haben:

Angesichts der sich wieder verschärfenden Corona-Lage mussten viele Bereiche des öffentlichen Lebens schließen. Wir sind uns der Gefahrenlage sehr bewusst, kommen jedoch auch nach der Abwägung von Chancen und Risiken zu dem Ergebnis, dass die Angebote der Kinder- und Jugendarbeit gerade jetzt und in dieser Krise eine große Bedeutung haben. Das Land Baden-Württemberg stützt diese Einschätzung und ermöglicht weiterhin alle Angebote der Kinder- und Jugendarbeit.

Kinder und Jugendlichen sind in besonderer Weise von der Krise betroffen. Sie stehen vor Entwicklungsaufgaben, die sie aktuell kaum umsetzen können. Ihre Rolle im Austausch mit anderen in der Gruppe, in ihrem Umfeld und in der Gesellschaft zu suchen und zu finden, ist sehr erschwert und dennoch notwendig. Die Einschränkungen haben teils starke Auswirkungen auf ihre Zukunftsperspektive. Viele Pläne der Jugendlichen sind von der Pandemie durchkreuzt worden. Es herrscht bei Kindern und Jugendlichen große Verunsicherung. Zukunftsängste und der Verlust von Gewissheiten prägen den Alltag. Viele Kinder und Jugendliche haben sich während der Phase des ersten Lockdowns und der Schließung aller Angebote der Kinder- und Jugendarbeit allein gelassen gefühlt. Das darf sich nicht wiederholen! Sie brauchen gerade jetzt dringender denn je Orte, an denen sie über Erlebtes sprechen können, an denen sich Menschen für sie interessieren, sie ernst nehmen und sie unterstützen, an denen sie vielleicht auch etwas Entspannung finden.

Jugendliche sind keineswegs diejenigen, die die Beschränkungen in höherem Maße ablehnen als andere Altersgruppen, oder die sie mit Absicht missachten. Die Abwertung und Pauschalisierung von Jugendlichen als „Krawallbrüder“ oder „Coronapartygänger“ muss aufhören. Das trifft in aller Regel die Falschen. Kinder und Jugendliche handeln in überwiegender Mehrheit sehr vernünftig, sie beachten die Regeln und schützen ihre Mitmenschen.

Die Einrichtungen der Kinder- und Jugendarbeit zu schließen, würde auch bedeuten, auf eine wichtige Vermittlungsinstanz für die Corona-Regeln zu verzichten, die sich rasch ändern und die jeweils vermittelt werden müssen. Darin sind wir Fachkräfte besonders gut: mit den Kindern und Jugendlichen über schwierige Dinge sprechen. Über ihre Erfahrungen, aber auch über die Corona-Regeln, die gelten, über ihren Sinn und ihr Ziel. Außerdem können wir in unserer Einrichtung mit der Handhabung unserer Regeln ein Vorbild für Kinder und Jugendliche sein. Das sorgt für ein kritisches, aber umso tieferes Verständnis der Situation und der notwendigen Regeln und für die Chance, bei aller Unsicherheit und allen Ängsten vernünftig zu bleiben und zu handeln. Daher sehen wir uns als Jugendhaus, das jetzt noch offen haben darf, nicht als Teil des Problems, sondern als Teil der Lösung, um mit dieser schwierigen Zeit gut umgehen zu können.



zurück zur Übersicht

E-Mail
Passwort
KONTAKT